Das Kunstphantom Banksy beschäftigt seit vielen Jahren die Öffentlichkeit. Der Guerilla-Künstler taucht immer wieder überfallartig auf und verschwindet so schnell, wie er gekommen ist. Dabei gelingt es dem Street Art-Maler bereits seit mehr als zwanzig Jahren seine Identität geheim zu halten. Gleichzeitig ist es nicht so, dann niemand weiß, wer er ist. Banksy hat bereits Interviews gegeben und arbeitet regelmäßig mit einer kleinen Gruppe anderer Künstler zusammen. So weiß man beispielsweise von seinen gemeinsamen Aktionen mit dem Musikproduzenten Danger Mouse.

Der wiederum war Mitglied der Band Gorillaz. Dort hat Damon Albarn, der Sänger von Blur, das Sagen, der wiederum Banksy bereit ein Album-Cover gestalten ließ. Die Spuren des Phantoms lassen sich über viele Stationen hin verfolgen. Eines scheint ziemlich klar zu sein. Banksy ist über 40 Jahre alt, heißt angeblich Robert und kommt aus der englischen Stadt Bristol. Er ist ein Freund von Damon Albarn und den Mitgliedern der Bristoler Band Massive Attack. Doch damit enden die Gewissheiten auch schon.

Die üblichen Verdächtigen

Dabei schien vor einigen Jahren einem britischen Musikjournalisten der große Coup gelungen zu sein. Craig Williams war aufgefallen, dass sich die Daten der jeweils neuesten Werke von Banksy auffallend mit Konzertdaten von Massive Attack überschnitten. Also ging er seiner Spur nach und fand im Jahr 2016 heraus, dass es tatsächlich eine weltweite Korrelation von Konzerten der Band und Street Art-Gemälden von Banksy gab. Dies ließ sich anhand von Daten weltweit nachweisen. Damit erhielten die Gerüchte rund um die Identität des Künstlers neuen Aufschwung. Viele Stimmen, die schon lange Massive Attack Mastermind Robert Del Naja hinter dem Phantom vermuteten, sahen sich bestätigt. Doch Del Naja stritt die große Enthüllung neuerlich ab. Zwar gab er an, Banksy persönlich gut zu kennen, er selbst sei jedenfalls nicht der Künstler. Die jahrelangen Verdächtigungen kamen nicht von jeher, schließlich hatte der Sänger selbst Kunst studiert. Die Enthüllung passte auch ins Bild jener, die behaupteten, dass sich hinter dem Pseudonym nur eine Künstlergruppe verstecken könne. Zu groß sei der Aufwand für die Herstellung der über Nacht entstandenen Werke gewesen, als dass dies ein einziger Mann bewerkstelligen hätte können.

Die üblichen Verdächtigen
Die üblichen Verdächtigen

Eine neue Spur?

Wie auch immer, am Ende einigte sich die Kunstwelt darauf, dass es sich wohl um den zweiten Verdächtigen handeln müsse. Der heißt Robert Cunningham und ist ein Straßenkünstler aus Bristol. Wissenschaftler haben seine Werke mit jenen von Banksy verglichen und deutliche Übereinstimmungen festgestellt. Sie gehen von einer 75 prozentigen Wahrscheinlichkeit aus, dass er es tatsächlich ist. Doch keine der beiden populären Theorien wurde bisher offiziell bestätigt. Nun ist eine neue Person ins Visier der Banksy-Jäger geraten.

Fans wollen herausgefunden haben, dass es sich bei dem gesuchten Künstler um Neil Buchanan handelt. Der war in den 1990er Jahren mit seinen Auftritten in der Bastelshow Art Attack bekannt geworden. Doch der beendete alle Spekulationen schnell selbst und veröffentlichte eine Erklärung, in der er die Gerüchte bestritt. Er geriet unter Verdacht, nachdem Fans die Konzerttermine seiner ehemaligen Band Marseille mit jenen Orten verglichen hatten, an denen Kunstwerke von Banksy entstanden waren. Das Rätsel rund um das Kunstphantom bleibt also weiterhin ungelöst.

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